Auf dem Deich, gegen den Wind hin.
Zwölf Kilometer Deich liegen vor Sielhoog, und keiner davon hat eine Steigung. Bergauf geht hier nur der Wind. Nach ihm richtet man die Strecke – und nach den Schafen, mit denen man sie teilt.
Die Regel mit dem Wind
Wer an der Küste Rad fährt, lernt am ersten Tag die wichtigste Regel: gegen den Wind hin und mit ihm zurück. Am Anfang, wenn die Beine frisch sind, fährt man hinein; auf dem Heimweg schiebt er. Wer es umgekehrt macht, steht am Nachmittag müde im Gegenwind und hat noch die ganze Strecke vor sich.
Woher er kommt, sehen Sie an den Windrädern im Hinterland oder am Gras auf der Deichkrone. Oder Sie fragen Ruben, der ohnehin jeden Morgen nachsieht.
Zwölf Kilometer klingen nach wenig, und auf der Karte sind sie es auch. Mit Wind von vorn fühlen sie sich an wie das Doppelte. Planen Sie lieber eine kürzere Runde und hängen Sie etwas an, wenn es gut läuft; umkehren kann man auf dem Deich überall.
Schafe und Gatter
Auf dem Deich weiden Schafe, und das hat einen Zweck: Sie halten das Gras kurz und treten den Boden fest, damit die Grasnarbe den Deich bei Sturmflut zusammenhält. Man fährt langsam an ihnen vorbei, nimmt Hunde an die kurze Leine und hält Abstand, wenn im Frühjahr die Lämmer dabei sind.
Zwischen den Weiden stehen Gatter. Die Regel ist einfach: Jedes Gatter, das Sie öffnen, schließen Sie hinter sich wieder – auch wenn gerade kein Schaf zu sehen ist. Und wo der Weg auf der Deichkrone gesperrt ist, fährt man unten auf der Binnenseite weiter.
Der Nordseeküsten-Radweg
Am Deich entlang führt der Nordseeküsten-Radweg, der die deutsche Küste verbindet und Teil einer Route rund um die Nordsee ist. Er ist gut ausgeschildert, und verfahren kann man sich kaum: Solange das Wasser auf der einen Seite liegt und das Land auf der anderen, stimmt die Richtung.
Ein Ziel für einen halben Tag ist Greetsiel mit seinen Zwillingsmühlen und dem Kutterhafen. Wer weiter will, fährt in die andere Richtung nach Norddeich. Zurück geht es auf demselben Weg, und mit Rückenwind fühlt er sich an wie ein anderer.
Pause im Windschatten
Die beste Pause macht man auf der Binnenseite. Schon ein paar Meter unterhalb der Krone ist es spürbar stiller, das Gras ist warm, und man versteht wieder, was der andere sagt. Nehmen Sie Tee in der Thermoskanne mit und etwas zu essen; zwischen den Orten gibt es selten etwas.
An der Kate Möwensand stehen Räder für zwei bereit. Wer in einem der anderen Häuser wohnt und ohne Rad anreist, fragt uns – wir wissen, wo man in der Nähe eins bekommt.
