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Nach Greetsiel, wenn die Kutter kommen.

Zwanzig Minuten von Sielhoog liegt Greetsiel, und im alten Hafen machen noch immer die Krabbenkutter fest. Man fährt hin, um zuzusehen, und bleibt, weil es die Krabben dort frisch vom Kutter gibt.

Krabbenkutter mit roten und grünen Rümpfen an einer Kaimauer, dahinter Giebelhäuser aus Backstein

Ein Hafen, der nach der Tide lebt

Die Kutter fahren mit den Gezeiten hinaus und kommen mit ihnen zurück, darum lässt sich keine feste Uhrzeit nennen. Wer am Kai wartet, sieht die Netze an den langen Auslegern hängen, sieht, wie festgemacht, gespült und abgeladen wird, und hört die Möwen, die jeden Handgriff begleiten.

Die Kutter sind Arbeitsschiffe, keine Kulisse. Man hält Abstand von Leinen und Kisten und sieht vom Kai aus zu, nicht von Bord.

Am schönsten ist der Hafen am späten Nachmittag und in der Dämmerung, wenn an den Kuttern die Lichter angehen und sich im Hafenbecken spiegeln. Dann wird es ruhig am Kai, und man versteht, warum hier so viele Leute einfach stehen bleiben.

Krabbenkutter am Kai in der Dämmerung, ihre Lichter spiegeln sich im Hafenbecken
Wenn die Lichter angehen, wird es ruhig am Kai.

Krabben frisch vom Kutter

Nordseekrabben werden noch an Bord gekocht, gleich nach dem Fang. Am Hafen bekommt man sie ungepult und nach Gewicht, oft direkt vom Kutter oder an den Ständen daneben. Frischer gibt es sie nirgends.

Ob an diesem Tag verkauft wird, sieht man am Kai: Wo Leute mit Tüten warten, lohnt es sich, dazuzustellen.

Nehmen Sie eine Kühltasche mit, wenn die Krabben mit ins Haus sollen. Sie halten sich nicht lange, und das müssen sie auch nicht: Am selben Abend schmecken sie am besten.

Selbst pulen

Pulen lernt man in fünf Minuten und beherrscht es nach einer Woche. Die Krabbe am Kopf und am Schwanz fassen, leicht gegeneinander drehen, dann den Panzer vom Schwanz her abziehen. Die ersten zehn dauern ewig, danach geht es wie von selbst.

Am besten pult man am Küchentisch, mit Zeitungspapier darunter und einer Schüssel für die Schalen. Dazu Schwarzbrot mit Butter, vielleicht ein Rührei. Mehr braucht es nicht, und mehr gehört auch nicht dazu.

Wer lieber nicht pult, bekommt die Krabben am Hafen auch fertig gepult, im Brötchen oder im Glas. Einmal sollte man es aber selbst gemacht haben, schon wegen des Gesprächs am Tisch.

Hände pulen Nordseekrabben auf Packpapier an einem Holztisch
Kopf und Schwanz fassen, drehen, abziehen.

Die Zwillingsmühlen und der Weg zurück

In Greetsiel stehen die Zwillingsmühlen, zwei Windmühlen nebeneinander, die man schon von weitem sieht. Wer mit dem Rad über den Deich kommt, hat sie als Wegmarke. Wer mit dem Auto fährt, stellt es am besten außerhalb ab und geht die letzten Meter zu Fuß durch die Gassen zum Hafen.

Zurück in Sielhoog wartet am Bootshaus Sieltief ein eigener Steg mit Ruderboot. Wer nach dem Hafen noch nicht genug Wasser gesehen hat, setzt sich mit den Krabben auf die Klappstühle am Steg.

Das Haus zum Erlebnis suchen wir mit Ihnen aus.

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