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Den Zug sehen, wenn im Herbst die Gänse kommen.

Das Wattenmeer ist eine der wichtigsten Raststationen auf dem Zugweg zwischen der Arktis und Afrika. Im Herbst kommen die Vögel zu Hunderttausenden, und man muss dafür nirgendwohin fahren: Sie stehen vor dem Deich.

Ein riesiger Schwarm Watvögel steigt in der Dämmerung über der Salzwiese auf

Ein gedeckter Tisch auf halber Strecke

Für Zugvögel ist das Watt eine Tankstelle. Bei Niedrigwasser liegen Würmer, Muscheln und kleine Krebse offen, und die Vögel fressen sich die Reserven für die nächste Etappe an. Manche bleiben den ganzen Winter, andere ziehen nach ein paar Wochen weiter nach Süden.

Dass hier so viele zugleich Rast machen, liegt an der Größe der Fläche. Das Wattenmeer reicht von den Niederlanden bis nach Dänemark, und kaum irgendwo sonst liegt so viel Nahrung so regelmäßig frei.

Man muss dafür kein Vogelkenner sein. Es reicht, zur richtigen Zeit am Deich zu stehen und eine Weile still zu sein.

Gänse auf der Salzwiese

Im Herbst fallen vor allem die Gänse auf. Nonnengänse grasen in großen Trupps auf den Salzwiesen und Weiden am Deich, schwarz, weiß und grau, mit hellem Gesicht. Die dunkleren Ringelgänse sind kleiner und halten sich näher am Wasser.

Beide kommen aus der Arktis, wo sie im Sommer gebrütet haben, und viele von ihnen bleiben bis ins Frühjahr.

Wenn ein Trupp auffliegt, hört man ihn, lange bevor man ihn sieht: ein vielstimmiges Kläffen, das über das Vorland rollt. Wer einmal morgens am Fenster stand, als ein paar tausend Gänse über das Haus gezogen sind, fragt beim nächsten Besuch als Erstes danach.

Ein großer Trupp Nonnengänse über der Salzwiese vor dem Deich an einem grauen Morgen
Nonnengänse auf der Salzwiese im Oktober.

Hochwasser ist die beste Zeit

Bei Niedrigwasser verteilen sich die Watvögel über die ganze Fläche, weit draußen und klein. Steigt das Wasser, drängt es sie Stück für Stück zurück, und bei Hochwasser sammeln sie sich dicht an dicht auf den höheren Stellen im Vorland. Dann lohnt es sich, eine Stunde vorher am Deich zu sein.

Ein Fernglas macht aus grauen Punkten Austernfischer, Brachvögel und Knutts. Ein Bestimmungsbuch hilft beim Rest, und nach drei Tagen erkennt man die ersten Arten schon daran, wie sie auffliegen.

Die Zeiten für Hochwasser stehen im selben Gezeitenkalender, der auch fürs Watt gilt. Er liegt in jedem Haus.

Eine Frau mit Fernglas auf der Deichkrone an einem klaren Herbstnachmittag
Ein Fernglas ersetzt jeden Schritt näher heran.

Abstand halten

Jedes Auffliegen kostet die Vögel Kraft, die sie für den Weiterflug brauchen. Darum bleibt man auf den Wegen, hält Abstand und lässt Hunde an der Leine. Ein Fernglas ersetzt jeden Schritt näher heran.

Im Oktober finden an der Küste die Zugvogeltage statt, mit Führungen, Vorträgen und Beobachtungen an vielen Orten. Das Programm erscheint jedes Jahr neu; wir legen es aus, sobald es da ist.

Auch im Frühjahr ist Zugzeit, dann geht es in die andere Richtung. So eindrücklich wie im Oktober, wenn die Gänse in langen Ketten über den Deich ziehen, ist es aber selten.

Das Haus zum Erlebnis suchen wir mit Ihnen aus.

Schreiben Sie uns, wann Sie kommen und was Sie vorhaben – wir antworten am selben Tag.

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